REISEMAGAZIN SÜDOSTASIEN | VIETNAM
Vietnam entdecken: Flusskreuzfahrt, klassische Rundreise oder eBike – welcher Reisestil ist der richtige?
Auf dem Mekong treiben, zwischen Reisfeldern radeln oder von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt reisen: Vietnam bietet drei grundlegend verschiedene Wege, sich kennenzulernen. Dieser Reiseblog hilft bei der Entscheidung – ehrlich, detailliert und mit konkreten Routen.
Vietnam ist eines der faszinierendsten Reiseziele Südostasiens – und gleichzeitig eines der am schwierigsten zu planenden. Das Land erstreckt sich über 1.650 Kilometer von Nord nach Süd, wechselt auf dieser Strecke zwischen fünf bis sechs Klimazonen und bietet dabei eine kulturelle, kulinarische und landschaftliche Vielfalt, die in der Region ihresgleichen sucht. Wer in zwei Wochen alle Highlights sehen will, reist gehetzt und kommt mit dem Gefühl nach Hause, Vietnam eher überflogen als erlebt zu haben. Wer sich für einen Reisestil entscheidet und ihn konsequent verfolgt, kehrt mit echten Eindrücken zurück.
Dieser Blog stellt drei grundlegend verschiedene Wege vor, Vietnam kennenzulernen: die Flusskreuzfahrt auf dem Mekong, die klassische Nord-Süd-Rundreise mit Bahn, Bus und Flugzeug, und die eBike-Rundreise durch Zentralvietnam. Alle drei sind in ihrer Art vollständige Vietnam-Erlebnisse – aber jeder eignet sich für einen anderen Reisenden. Am Ende des Blogs steht eine klare Empfehlung, welcher Reisestil für welches Profil der richtige ist.
Inhalt auf einen Blick
- Vietnam auf einen Blick: Fakten, Klima und beste Reisezeiten
- Die drei Reisestile im Vergleich: Übersicht
- Die Mekong-Flusskreuzfahrt: Vietnam vom Wasser aus entdecken
- Die klassische Vietnam-Rundreise: von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt
- Die eBike-Rundreise: Zentralvietnam auf zwei Rädern
- Die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten
- Vietnam kulinarisch: Pho, Bánh Mì und regionale Besonderheiten
- Anreise, Visum und praktische Reisetipps
- Empfehlung: Welcher Reisestil passt zu wem?
1. Vietnam auf einen Blick: Fakten, Klima und beste Reisezeiten
| Merkmal | Details |
| Lage | Südostasien; grenzt an China (N), Laos und Kambodscha (W); Küste am Südchinesischen Meer |
| Fläche | 331.000 km² – etwas kleiner als Deutschland und Österreich zusammen |
| Bevölkerung | Ca. 97 Millionen; ethnisch sehr vielfältig (54 Volksgruppen) |
| Hauptstadt | Hanoi (Norden); Wirtschaftsmetropole: Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon, Süden) |
| Sprache | Vietnamesisch; in Touristenzentren zunehmend Englisch; kaum Deutsch |
| Währung | Dong (VND); 1 EUR ≈ 27.000 VND (Stand 2026); Bargeld wichtig |
| Flugzeit | Ca. 10–11 Std. nonstop ab Frankfurt oder München (Vietnam Airlines, Lufthansa) |
| Visum | E-Visum erforderlich für Deutsche; online beantragbar; 90 Tage, kostenpflichtig |
| Impfungen | Hepatitis A und B, Typhus empfohlen; Malariaprophylaxe je nach Region |
| Beste Reisezeit Norden | Oktober bis April (trocken, kühl) |
| Beste Reisezeit Süden | November bis April (Trockenzeit) |
| Beste Reisezeit Mitte | Februar bis August; September–Oktober Taifungefahr |
Vietnam ist ganzjährig bereisbar – aber nie überall gleichzeitig ideal. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Monsunphasen: Während der Norden (Hanoi, Halong-Bucht) von Oktober bis April trockenes, kühles Wetter hat, regnet es im Süden (Mekong, Ho-Chi-Minh-Stadt) in dieser Zeit kaum. Im Sommer kehrt sich das Bild um. Wer eine Nord-Süd-Durchquerung plant, muss in jedem Fall mit Regenperioden in einem Teil des Landes rechnen. Die Monate November bis März gelten für die meisten Reisenden als die angenehmste Kombination aus Wetter, Temperatur und Massentourismus-Vermeidung.
2. Die drei Reisestile im Vergleich: Übersicht
| Kriterium | Mekong-Flusskreuzfahrt | Klassische Rundreise | eBike-Rundreise |
| Tempo | Langsam, entspannt | Mittel bis zügig | Langsam, entdeckend |
| Körperliche Anforderung | Gering | Mittel | Mittel bis hoch |
| Hauptregion | Süd-Vietnam und Kambodscha | Ganz Vietnam (N bis S) | Zentralvietnam (Hue bis Hoi An) |
| Unterkunft | Schiff (Kabinen) | Hotels und Gästehäuser | Boutique-Hotels, Lodges |
| Planung | Vollorganisiert | Individuell oder geführt | Organisiert (Anbieter) |
| Beste Reisezeit | November bis März | Oktober bis April | Februar bis August |
| Ideal für | Kulturinteressierte 50+, Paare | Erstbesucher, Gruppen | Aktive, Naturliebhaber |
| Empfohlene Dauer | 8–14 Tage | 14–21 Tage | 8–12 Tage |
| Kosten (Richtwert) | Ab ca. 2.800 EUR (Schiff) | Ab ca. 1.500 EUR (Budget) / 3.500+ EUR (Komfort) | Ab ca. 2.200 EUR (geführt) |

3. Die Mekong-Flusskreuzfahrt: Vietnam vom Wasser aus entdecken
| Mekong-Flusskreuzfahrt
Für wen: Reisende, die Vietnam entspannt und komfortabel vom Wasser aus erleben möchten, ohne tägliches Kofferpacken. Ideal für Kulturinteressierte, Paare, Reisende 50+ und alle, die das Mekong-Delta mit seinen schwimmenden Märkten, Kokosfarmen und Tempelanlagen in Ruhe genießen möchten. |
Was ist eine Mekong-Flusskreuzfahrt?
Der Mekong ist mit 4.350 Kilometern einer der zehn längsten Flüsse der Welt und durchquert sechs Länder: China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam. Im vietnamesischen Süden teilt er sich in zahlreiche Arme auf und bildet das berühmte Mekong-Delta – ein Labyrinth aus Kanälen, Reisfeldern, Bananenplantagen, Kokosfarmen und schwimmenden Dörfern, das zu den kulturell reichsten und visuell eindrucksvollsten Landschaften Südostasiens zählt. Eine Flusskreuzfahrt auf dem Mekong kombiniert den Komfort eines schwimmenden Hotels mit täglichen Ausflügen an Land, die einen tiefen Einblick in das Alltagsleben der Delta-Bevölkerung ermöglichen.
Die beliebtesten Routen
Die klassische Mekong-Kreuzfahrtroute verbindet Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) in Vietnam mit Siem Reap (Kambodscha, Angkor Wat) – in beide Richtungen, über Phnom Penh, Tan Chau und Cai Be. Die Fahrtzeit für diese Strecke beträgt je nach Schiff und Stopps zwischen sieben und zwölf Tagen. Kürzere Varianten beschränken sich auf das vietnamesische Mekong-Delta zwischen Saigon und Can Tho oder Vinh Long und dauern drei bis fünf Tage.
| Route | Dauer | Highlights |
| Ho-Chi-Minh-Stadt → Siem Reap (Kambodscha) | 8–12 Tage | Mekong-Delta, schwimmende Märkte, Phnom Penh, Angkor Wat |
| Saigon → Can Tho / Vinh Long (Vietnam only) | 3–5 Tage | Mekong-Delta intensiv; ideal als Ergänzung zur Vietnam-Rundreise |
| Siem Reap → Saigon (Gegenrichtung) | 8–12 Tage | Startet mit Angkor Wat; endet in der lebhaften Millionenmetropole |
| Kombinationsreise Vietnam + Kambodscha + Thailand | 18–22 Tage | Bangkok und Angkor Wat vor oder nach der Flussreise inklusive |
Was erlebt man an Bord und an Land?
- Schwimmende Märkte: Cai Rang bei Can Tho ist der bekannteste und größte schwimmende Markt Vietnams – morgens, wenn die Händler ihre mit Gemüse, Früchten und Waren beladenen Boote zusammenschieben, eine der eindrucksvollsten Szenen Südostasiens
- Kokos-Süßigkeiten-Fabriken in Ben Tre: traditionelle Handwerksbetriebe, die aus Kokosnüssen Bonbons, Öle und Gebäck herstellen; fußläufig von der Anlegestelle erreichbar
- Reispapierfabriken und Tofu-Produzenten: Besuch bei lokalen Handwerkern, die seit Generationen dieselben Techniken anwenden
- Tempelanlagen und Pagoden entlang der Ufer: tägliche Stopps an buddhistischen und hinduistischen Heiligtümern
- Sa Dec: die farbenprächtige Stadt mit dem chinesischen Haus aus dem Film L’Amant (Der Liebhaber); historisch und cinematografisch bedeutsam
- Sampan-Fahrten: Ausflüge in kleinen Holzbooten durch enge Kanäle, wo kein großes Schiff fahren kann – der intimste Weg, das Delta zu erkunden
Anbieter und Schiffe
Das Angebot reicht von einfachen lokalen Schiffen bis zu Luxusyachten mit Butlerservice. Für deutschsprachige Reisende sind folgende Anbieter besonders relevant:
- AmaWaterways (AmaDara): Luxusschiff mit 62 Kabinen; deutschsprachige Reiseleitung auf Anfrage; ab ca. 3.500 EUR pro Person
- Heritage Line (Anouvong, Jahan): Boutique-Luxus mit historischem Flair; aufwendig restaurierte Schiffe; ab ca. 4.000 EUR
- Berge & Meer / SKR Reisen: Veranstalter-Pakete auf verschiedenen Schiffen; ab ca. 2.799 EUR inkl. Flug
- Phoenix Reisen: Bildungs- und Kulturschwerpunkt; solide Qualität; gut für ältere Reisende geeignet
| Buchungstipp Mekong
Dezember und Januar sind die beliebtesten Reisemonate und oft Monate im Voraus ausgebucht. Die beste Preis-Leistungs-Zeit ist Oktober/November (Beginn der Trockenzeit) oder März/April (Ende der Trockenzeit). Kabinen mit Balkon sind auf dem Mekong besonders wertvoll – die Flussszenen, die man vom eigenen Balkon aus beobachten kann, sind der intimste Teil des Erlebnisses. |
4. Die klassische Vietnam-Rundreise: von Hanoi bis Ho-Chi-Minh-Stadt
| Klassische Vietnam-Rundreise
Für wen: Erstbesucher, die Vietnam in seiner ganzen Breite kennenlernen möchten – von der Hauptstadt Hanoi im Norden über die Kaiserstadt Hue und das UNESCO-Welterbe Hoi An bis zur pulsierenden Millionenmetropole Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden. Ideal für alle, die Stadtkultur, Naturhighlights und Geschichte in einer Reise kombinieren möchten. |
Die klassische Route: Hanoi bis Saigon
Die klassische Vietnam-Rundreise folgt der geographischen Logik des Landes: von Nord nach Süd (oder umgekehrt), wobei die wichtigsten Städte, Naturhighlights und UNESCO-Welterbestätten miteinander verbunden werden. Die Route kann in 14 bis 21 Tagen bequem bereist werden und bietet dabei eine außergewöhnliche Dichte an Erlebnissen.
| Station | Aufenthalt | Highlights |
| Hanoi | 2–3 Nächte | Altstadt (36 Straßen), Hoan-Kiem-See, Ho-Chi-Minh-Mausoleum, Tempel der Literatur, Street Food |
| Halong-Bucht | 1–2 Nächte | UNESCO-Welterbe; Bootstour durch 1.600 Kalksteinfelsen; Kajak in Höhlen; Sonnenuntergang auf dem Deck |
| Ninh Binh | 1 Nacht | Trockene Halong-Bucht; Bootsfahrt Tam Coc; Bich Dong Pagode; Cuc Phuong Nationalpark |
| Hue | 2 Nächte | Kaiserpalast (Verbotene Stadt Vietnams); Kaisergräber; Parfümfluss; authentische Hue-Küche |
| Hoi An | 2–3 Nächte | UNESCO-Altstadtlaterne; Schneiderei; My Son Heiligtum; Strand von An Bang; Fahrradtouren |
| Da Nang | 1 Nacht | Marmorberge; Ba Na Hills; Son Tra Halbinsel; Brücke mit Drachenkopf |
| Nha Trang | 1–2 Nächte | Strandpause; Cham-Türme; Tauchen und Schnorcheln; Vinpearl Island |
| Dalat | 1–2 Nächte | Hochland-Kurstadt; Kaffeeplantagen; Canyoning; kühles Klima; Blumenmärkte |
| Mekong-Delta | 1–2 Nächte | Can Tho; schwimmende Märkte; Bootsfahrten; Reisfelder; Kokosfabriken |
| Ho-Chi-Minh-Stadt | 2–3 Nächte | Cu-Chi-Tunnel; Kriegsmuseum; Ben-Thanh-Markt; Dong Khoi Straße; Nachtleben |
Fortbewegung auf der klassischen Rundreise
- Inlandsflüge: Vietnam Airlines, VietJet Air und Bamboo Airways verbinden alle wichtigen Städte; Hanoi–Hue ca. 60 EUR, Hanoi–Ho-Chi-Minh-Stadt ca. 50–80 EUR; früh buchen
- Expresszug (Reunification Express): die historische Bahnlinie von Hanoi nach Saigon; besonders schön die Strecke Hue–Da Nang über den Hai-Van-Pass mit Meeresblick; Schlafwaggon buchbar
- Sleeper-Bus: für Budget-Reisende; komfortabler als in Europa; flache Liegen; Strecken Hoi An–Nha Trang und Nha Trang–Ho-Chi-Minh-Stadt sehr beliebt
- Lokale Taxis und Grab: App-basierter Fahrdienst (wie Uber) funktioniert in allen vietnamesischen Großstädten zuverlässig und günstig
Organisiert oder individuell?
Die klassische Rundreise kann vollständig individuell geplant werden – Flüge, Züge und Hotels lassen sich online buchen, und die touristische Infrastruktur in Vietnam ist gut entwickelt. Deutschsprachige Reiseveranstalter wie Wikinger Reisen, Studiosus, Gebeco und Dertour bieten geführte Vietnam-Rundreisen ab ca. 2.500 EUR (ohne Flug) an. Für Erstbesucher ohne Asien-Erfahrung ist eine geführte Reise zumindest für die erste Vietnamreise empfehlenswert – die logistischen Herausforderungen (Sprachbarriere, Verkehr, Ticketbuchungen) sind real.
5. Die eBike-Rundreise: Zentralvietnam auf zwei Rädern
| eBike-Rundreise Zentralvietnam
Für wen: Aktive Reisende mit Freude an Natur, Entschleunigung und echten Begegnungen abseits der touristischen Hauptrouten. Die eBike-Rundreise führt durch Reisfelder, Fischerdörfer, Nationalparks und Küstenstraßen, die kein Reisebus und kein Flugzeug erreicht. Ideal für Paare und kleine Gruppen mit gutem Grundfitnessniveau. |
Warum eBike in Vietnam?
Das eBike verändert die Art, wie man Vietnam erlebt, grundlegend. Während der Reisebus von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit rast und das Flugzeug alles dazwischen ausblendet, ermöglicht das eBike genau das, was Vietnam so faszinierend macht: das Dazwischen. Die alte Frau, die am Straßenrand ihren Reisnudeln-Stand aufbaut. Der Fischer, der sein Netz ins Wasser wirft. Die Kinder, die auf dem Schulweg winken. Das Reisfeld in der Morgendämmerung, wenn der Nebel noch über den Beeten liegt. Diese Momente passieren nicht an Sehenswürdigkeiten – sie passieren auf den Straßen und Wegen dazwischen.
Die klassische eBike-Route: Hue bis Hoi An
Die schönste und meistgewählte eBike-Route in Vietnam führt von Hue nach Hoi An – rund 120 Kilometer durch Zentralvietnam, über den legendären Hai-Van-Pass, durch das Fischerdorf Lang Co und an der Marmorberg-Küste entlang. Diese Route verbindet zwei der schönsten UNESCO-Welterbestädte des Landes und führt dabei durch eine Landschaft, die viele Reisende als das visuelle Herz Vietnams bezeichnen.
| Tag | Strecke | Tages-km | Highlights |
| Tag 1 | Hue – Lang Co (Strandlager) | 45 km | Hai-Van-Pass; Ausblick auf Lagune und Südchinesisches Meer; Fischerdorf Lang Co |
| Tag 2 | Lang Co – Da Nang | 35 km | Küstenstraße Son Tra; Marmorberge; Da Nang Altstadt |
| Tag 3 | Da Nang – Hoi An | 30 km | Reisfelder; My Son Heiligtum (Abstecher); Hoi An Altstadt |
| Erweiterung | Hoi An – Umgebung | 20–40 km je | My Lai; Radsternfahrten in die Umgebung; Küstenstraße |
Anbieter und Organisation
Eine eBike-Rundreise in Vietnam wird von spezialisierten Reiseveranstaltern organisiert. Der deutschsprachige Anbieter bietet eine geführte eBike-Rundreise Vietnam und Kambodscha mit maximal 12 Teilnehmern an, inklusive deutschsprachiger Reiseleitung, Gepäcktransfer, Boutique-Hotel-Unterkünften und Mekong-Flusskreuzfahrt mit Übernachtung an Bord. Die E-Bikes werden vor Ort bereitgestellt, das Gepäck fährt im Begleitfahrzeug mit. Tagesstrecken von 30 bis 50 Kilometern sind für Reisende mit normalem Fitnessniveau gut machbar, da der Elektromotor bei Steigungen wie dem Hai-Van-Pass unterstützt.
Praktische Hinweise zur eBike-Reise
- Fitnessniveau: Grundfitness erforderlich; intensive Steigungen werden durch den Motor unterstützt; ca. 3–5 Stunden täglich auf dem Rad
- Gepäck: Nur das Wichtigste im Tagesrucksack; Hauptgepäck fährt im Begleitfahrzeug – kein Radsport-Ausrüstungsaufwand
- Helm: Wird vom Anbieter gestellt; in Vietnam Pflicht für Motorradfahrer, für Radfahrer gesetzlich nicht vorgeschrieben, aber unbedingt zu empfehlen
- Klima: Februar bis April ideal; Morgen- und Abendstunden für intensive Etappen; mittags Rast und Mittagessen in schattigen Restaurants
- Gruppe: Maximal 12 Teilnehmer; engeres soziales Erlebnis als bei großen Bustouren; Gruppenchemie entscheidend für das Gesamterlebnis
6. Die wichtigsten Orte und Sehenswürdigkeiten Vietnams
Unabhängig vom Reisestil gibt es eine Reihe von Orten und Erlebnissen, die für eine Vietnam-Reise unverzichtbar sind:
Hanoi
Die Hauptstadt Vietnams ist eine Stadt der Widersprüche: koloniale Boulevards aus der französischen Ära neben engen Altstadtgassen, in denen jede Straße einem Handwerk gewidmet war (die berühmten ’36 Straßen‘), Ho-Chi-Minhs Mausoleum neben trendigem Street Food und lebhaften Kaffeehäusern. Das Hoan-Kiem-See-Viertel am Abend mit seiner Flaniermeile ist eines der angenehmsten Stadtbilder Südostasiens.
Halong-Bucht
Die Halong-Bucht mit ihren 1.969 Kalksteininseln und -felsen ist das bekannteste Naturwunder Vietnams und seit 1994 UNESCO-Weltnaturerbe. Eine Bootsübernachtung in der Bucht – möglichst abseits der überfüllten Hauptroute, auf Lan-Ha-Bay oder Bai Tu Long Bay – ist eine der eindrucksvollsten Erfahrungen, die Vietnam zu bieten hat. Kajakfahren in die Meereshöhlen, Schwimmen in türkisem Wasser und der Sonnenaufgang über den Felsen gehören dazu.
Hoi An
Hoi An ist die charmanteste Stadt Vietnams – eine hervorragend erhaltene Handelsstadt aus dem 15. bis 19. Jahrhundert mit chinesischen Versammlungshäusern, japanischer Brücke, frankophones Kolonialflair und einer Altstadt, die abends unter Tausenden von Laternen erstrahlt. Hoi An ist außerdem Vietnams inoffizielle Schneidereihauptstadt: Maßgefertigte Kleidungsstücke in 24 bis 48 Stunden sind Realität. Der Strand von An Bang, fünf Kilometer vom Zentrum, gehört zu den schönsten an der Zentralküste.
Hue
Die frühere Kaiserstadt und kulturelle Hauptstadt Vietnams liegt am Parfümfluss und beherbergt den Kaiserpalast (Verbotene Stadt), sieben monumentale Kaisergräber in der Umgebung und eine Küche, die von Kennern als die komplexeste und raffinierteste des Landes gilt. Das Grab von Minh Mang, umgeben von Kiefernwäldern und Teichen, ist eines der schönsten Architekturensembles Südostasiens.
Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon)
Die Wirtschaftsmetropole des Südens ist laut, lebendig, chaotisch und faszinierend. Auf der Straße herrscht Motorradverkehr, der an Unmöglichkeit grenzt und trotzdem funktioniert. Die Cu-Chi-Tunnel, rund 70 Kilometer nordwestlich der Stadt, sind eines der eindrucksvollsten historischen Zeugnisse des Vietnamkriegs: ein unterirdisches Tunnelsystem von über 250 Kilometern Länge, das vom Viet Cong während des Kriegs gebaut und bewohnt wurde.
7. Vietnam kulinarisch: Pho, Bánh Mì und regionale Besonderheiten
Die vietnamesische Küche gilt unter Feinschmeckern weltweit als eine der ausgewogensten und gesündesten der Erde – frisch, kräuterreich, wenig fettig und von Region zu Region grundlegend verschieden. Wer Vietnam bereist, ohne zu essen, verpasst die Hälfte.
- Pho: Die Nationalsuppe – Rinderknochenbrühe mit Reisnudeln, Kräutern und Fleisch; morgens zum Frühstück, in Hanoi anders gewürzt als in Saigon
- Bánh Mì: Das vietnamesische Baguette-Sandwich aus der französischen Kolonialzeit; mit Schweinefleisch, Gemüse, Koriander und Chili; Hoi An hat die berühmtesten Bánh-Mì-Stände der Welt
- Cao Lao: Einzigartiges Reisnudelgericht, das nur in Hoi An hergestellt werden kann – das Wasser aus dem lokalen Brunnen soll den Unterschied machen
- Bun Bo Hue: Die schärfere Suppenvariante aus Hue mit Rinderknochen und Zitronengras – die Hue-Küche gilt als die reichste Regionalkuche des Landes
- Banh Xeo: Knusprige Crêpes mit Garnelen, Schweinefleisch und Bohnensprossen; in Reispapier gerollt und in Nuocmam-Sauce getaucht
- Cafe Sua Da: Vietnamesischer Eiskaffee mit kondensierter Milch – eines der einfachsten und befriedigendsten Getränke des Landes; für rund 50 Cent erhältlich
- Mekong-Delta-Früchte: Drachenfrucht, Rambutan, Mangosteen, Longan und Jackfruit – frisch und günstig auf jedem Markt und jedem schwimmenden Händler
8. Anreise, Visum und praktische Reisetipps
Anreise aus Deutschland, Österreich und der Schweiz
Vietnam Airlines fliegt von Frankfurt und München nonstop nach Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt. Lufthansa bietet Codeshare-Verbindungen an. Die Flugzeit beträgt rund zehn bis elf Stunden. Günstigere Verbindungen gibt es mit einem Umstieg in Doha (Qatar Airways), Dubai (Emirates), Seoul (Korean Air) oder Singapur (Singapore Airlines). Wer flexibel ist, spart mit einem Zwischenstopp 200 bis 500 Euro, verliert dafür vier bis sechs Stunden Reisezeit.
Visum
Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen ein Visum für Vietnam. Das E-Visum kann vollständig online beantragt werden (evisa.xuatnhapcanh.gov.vn) und kostet rund 25 US-Dollar. Es erlaubt einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen bei Einzel- oder Mehrfacheinreise. Die Bearbeitungszeit beträgt drei bis fünf Werktage; die Beantragung sollte mindestens eine Woche vor Abreise erfolgen. Das E-Visum gilt für alle internationalen Grenzübergänge.
Gesundheit und Impfungen
- Hepatitis A und B: empfohlen für alle Vietnam-Reisenden
- Typhus: empfohlen bei Street-Food-Konsum und Reisen abseits von Touristenzentren
- Malaria: Risiko im ländlichen Süden und Hochland; Prophylaxe je nach Region und Reisestil mit Tropenarzt besprechen
- Dengue-Fieber: kein Impfstoff; Mückenschutz (DEET-Repellent) tagsüber wichtig
- Reisedurchfall: häufig in der ersten Woche; Probiotika vorab nehmen; Leitungswasser nie trinken
- Krankenversicherung: Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport obligatorisch; medizinische Versorgung in Hanoi und Saigon international, in ländlichen Regionen begrenzt
Praktische Tipps
- Bargeld: Dong (VND) ist Pflicht; Kreditkarten in Touristenorten akzeptiert, auf dem Land nicht; Geldautomaten in allen Städten; Wechselkurs am Flughafen meiden
- Mobilnetz: SIM-Karte am Flughafen kaufen; Viettel oder Mobifone; 10 GB Daten für ca. 5 Euro; zuverlässig in allen Städten
- Trinkwasser: Nur Flaschenwasser; auch zum Zähneputzen empfohlen in einfacheren Unterkünften
- Verkehr: Das Motorradchaos der Städte ist real; Straße langsam und gleichmäßig überqueren; Autos und Motorräder weichen aus; niemals ruckeln
- Respekt: Schultern und Knie bedecken bei Tempelbesuchen; Schuhe ausziehen an der Schwelle; nicht laut und fotografierend in Gebetsräumen auftreten
9. Empfehlung: Welcher Reisestil passt zu wem?
| Ihr Profil | Empfehlung | Warum |
| Erstbesucher, 14–21 Tage, möchte ganz Vietnam sehen | Klassische Rundreise Hanoi–Saigon | Breitestes Spektrum; alle Regionen; individuell oder geführt planbar |
| Kulturinteressiert, 50+, kein tägliches Kofferpacken | Mekong-Flusskreuzfahrt | Komfort, Entschleunigung, Tiefe des Mekong-Deltas und Kambodschas |
| Aktives Paar, naturverbunden, Begegnungen abseits der Route | eBike-Rundreise Zentralvietnam | Intimste Begegnungen; schönste Landschaften; unvergessliche Erlebnisse |
| Familie mit Kindern | Klassische Rundreise, kürzere Etappen | Flexibel planbar; Halong-Bucht und Hoi An sind kinderfreundlich |
| Abenteuerreisende mit viel Zeit | Klassische Rundreise + eBike kombiniert | Drei Wochen: Rundreise Norden, dann eBike Zentralvietnam |
| Wiederkehrer, kennt die Highlights bereits | Mekong-Kreuzfahrt oder Hochlandreise | Mekong für Tiefe; Nordvietnam-Hochland für Sapa, Mu Cang Chai |
Vietnam ist kein Land, das man einmal bereist. Es ist ein Land, das man einmal bereist – und dann versteht, dass man erst angefangen hat, es zu verstehen. Die gute Nachricht: Jeder der drei Reisestile ist ein vollwertiger erster Schritt.
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Active Travel in Vietnam with Phan Thiet
VIETNAM Round Trip
Auf dem Mekong zu treiben und den schwimmenden Markt bei Sonnenaufgang zu erleben, in Hoi An unter Laternen durch die Altstadt zu schlendern oder auf dem eBike über den Hai-Van-Pass zu fahren und das Südchinesische Meer unter sich zu sehen: Vietnam hat für jeden Reisenden ein anderes Gesicht. Das Schönste daran ist, dass alle drei Gesichter echt sind.
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