REISEMAGAZIN KANARISCHE INSELN | LANZAROTE

Lanzarote: Vulkaninsel, Künstlervisionen und Golf unter dem ewigen Sonnenschein

Mondlandschaft und Strandparadies, UNESCO-Biosphärenreservat und Golfdestination, César Manriques Höhlen und moderne Wellnessresorts: Lanzarote ist die außergewöhnlichste der Kanarischen Inseln – und die einzige, auf der ein einzelner Künstler das Gesicht einer ganzen Insel geprägt hat.

Lanzarote ist keine Insel wie andere Inseln. Wer zum ersten Mal landet und vom Flughafen in Richtung der vulkanischen Zentralregion fährt, glaubt zunächst, auf einem anderen Planeten gelandet zu sein: schwarze und rotbraune Lavafelder, die sich bis zum Horizont erstrecken, konische Vulkankegel in einer Palette von Terrakotta und Ocker, und dazwischen – weiß getünchte Häuser mit grünen Fenstern und Türen. Kein Haus höher als zwei Stockwerke. Keine Leuchtreklamen. Keine Bettenburgen am Strand. Das ist kein Zufall. Das ist das Werk eines Mannes: César Manrique.

Aber Lanzarote ist mehr als Vulkanlandschaft und Kunstgeschichte. Es ist ganzjährig die sonnenreichste Insel der Kanarischen Inseln, mit über 300 Sonnentagen, konstantem Passatwind und Wassertemperaturen, die das Surfen, Kitesurfen und Tauchen zu Weltklasseerlebnissen machen. Es ist eine ernstzunehmende Golfdestination mit mehreren Plätzen in außergewöhnlicher Lage. Es ist ein UNESCO-Biosphärenreservat. Und es ist eine der wenigen kanarischen Inseln, auf der Massentourismus und Natürlichkeit tatsächlich noch nebeneinander existieren – wenn auch in ständiger Spannung.

Teneriffa, Insel des ewigen Frühlings

Inhalt auf einen Blick

  1. Lanzarote auf einen Blick: Fakten, Zahlen, Charakter
  2. Geschichte: Von den Ureinwohnern über die Conquista bis zum modernen Tourismus
  3. César Manrique: Der Künstler, der eine Insel veränderte
  4. Die Manrique-Werke im Detail: Höhlen, Aussichtspunkte und mehr
  5. Nationalpark Timanfaya: Feuer unter der Oberfläche
  6. Golf auf Lanzarote: Plätze, Qualität und Saison
  7. Sport und Aktivurlaub: Surfen, Kitesurfen, Tauchen, Radfahren
  8. Strände: von Playa Blanca bis Famara
  9. Top-Hotels und Unterkünfte
  10. Kulinarik: Lanzarotes Küche und lokale Spezialitäten
  11. Anreise nach Lanzarote
  12. Beste Reisezeiten und praktische Tipps

 

1. Lanzarote auf einen Blick: Fakten, Zahlen, Charakter

Merkmal Details
Lage Kanarische Inseln, Spanien; ca. 140 km vor der Küste Marokkos
Fläche 845 km² – viertgrößte Kanarische Insel
Bevölkerung Ca. 160.000 Einwohner; Hauptort Arrecife
UNESCO-Status Biosphärenreservat seit 1993 – eine der ersten Inseln weltweit
Klima Subtropisch; 20–28°C ganzjährig; über 300 Sonnentage; starker Passatwind
Vulkane 300+ Vulkankegel; letzter Ausbruch 1730–1736 (6 Jahre, verheerendster in europäischer Geschichte)
Flugzeit Ca. 4 Std. ab Frankfurt oder München; ca. 3,5 Std. ab Zürich oder Wien
Flughafen Aeropuerto de Lanzarote (ACE), Arrecife
Sprache Spanisch; in Touristenzentren Englisch und Deutsch verbreitet
Währung Euro; alle großen Kreditkarten akzeptiert
Golf 3 Golfplätze: Costa Teguise, Lanzarote Golf, Las Coloradas

Was Lanzarote von den anderen Kanarischen Inseln grundlegend unterscheidet, ist die konsequente Entscheidung gegen unkontrolliertes Wachstum. Als in den 1970er Jahren der Massentourismus auf Gran Canaria und Teneriffa explodierte, kämpfte César Manrique für strenge Bauvorschriften auf Lanzarote: keine Hochhäuser, keine Neonreklamen, weiße und erdtonfarbene Fassaden, grüne Fensterläden. Diese Regelungen gelten bis heute und sind der Hauptgrund dafür, dass Lanzarote trotz jährlich über drei Millionen Touristen noch ein erkennbares Gesicht hat.

2. Geschichte: Von den Ureinwohnern über die Conquista bis zum modernen Tourismus

Die Guanchen – die Ureinwohner der Insel

Bevor die Europäer auf den Kanarischen Inseln ankamen, lebten auf Lanzarote die Mahos, ein Zweig der Guanchen-Ureinwohner, die auf allen Kanarischen Inseln siedelten. Die Guanchen stammten vermutlich aus Nordafrika (möglicherweise Berber-Abstammung) und hatten trotz der Insellage keine Schifffahrtstradition – eine bis heute ungeklärte Besonderheit. Sie lebten von Ziegenzucht, Fischfang und dem Anbau von Gerste und Weizen. Felszeichnungen und Grabfunde bezeugen ihre Präsenz über Jahrtausende.

Die normannische Conquista und der Name der Insel

1402 begann die europäische Eroberung der Kanarischen Inseln – auf Lanzarote. Der normannische Ritter Jean de Béthencourt landete im Auftrag der kastilischen Krone auf der Insel und unterwarf die Mahos. Der Name Lanzarote geht auf den genuesischen Seefahrer Lancelotto Malocello zurück, der die Insel bereits im 14. Jahrhundert besuchte. Nach der Conquista wurden die Ureinwohner versklavt oder assimiliert; die kanarische Urbevölkerung verschwand innerhalb weniger Generationen.

Der Vulkanausbruch von 1730 bis 1736 – die prägende Katastrophe

Von 1730 bis 1736 erlebte Lanzarote den verheerendsten Vulkanausbruch in der dokumentierten Geschichte Europas. Über sechs Jahre lang spien mehr als 100 neue Schlote Lava aus, die ein Drittel der Insel – rund 300 Quadratkilometer – unter Lavamassen begruben. Fruchtbares Ackerland, Dörfer und Gehöfte wurden zerstört. Die Bevölkerung Lanzarotes wurde dezimiert. Paradoxerweise legte dieser Ausbruch den Grundstein für den heutigen Tourismus: Die Lavalandschaft, die er hinterließ, ist das Spektakulärste, was die Insel zu bieten hat.

Der moderne Tourismus und die César-Manrique-Ära

In den 1960er Jahren begann der Massentourismus auf den Kanarischen Inseln. Auf Lanzarote kehrte in dieser Zeit César Manrique aus New York zurück und begann seinen lebenslangen Kampf um eine Tourismusentwicklung, die die natürliche Schönheit der Insel respektiert. 1993 wurde Lanzarote UNESCO-Biosphärenreservat – ein direktes Ergebnis der Nachhaltigkeitsprinzipien, die Manrique in Jahrzehnten öffentlicher und politischer Arbeit verankert hatte.

3. César Manrique: Der Künstler, der eine Insel veränderte

César Manrique wurde am 24. April 1919 in Arrecife, Lanzarote, geboren. Er studierte Kunst in Madrid, war Teil der internationalen Avantgarde-Szene in den 1950er und 60er Jahren, lebte mehrere Jahre in New York, wo er mit Andy Warhol und anderen Größen der internationalen Kunstszene verkehrte. Dann, um 1966, kehrte er nach Lanzarote zurück – und entschied, dass die Insel seiner Kindheit sein wichtigstes Kunstprojekt werden sollte.

Manriques Vision war radikal einfach: Kunst und Natur sind keine Gegensätze, sondern Partner. Der Mensch sollte nicht über die Natur herrschen, sondern mit ihr arbeiten. Auf Lanzarote bedeutete das: Gebäude, die sich der Lavalandschaft anpassen. Aussichtspunkte, die die natürliche Schönheit rahmen statt sie zu übertrumpfen. Höhlen, die zu Konzerthallen werden, ohne ihre Wildheit zu verlieren. Restaurants, die über Vulkanschlunden kochen, weil die Erde selbst genug Hitze liefert.

Manrique wurde zur politischen Kraft auf der Insel: Er kämpfte gegen Hochhausprojekte, gegen Neonreklamen, gegen die Verbauung der Küste. Er gewann die meisten dieser Kämpfe – nicht durch Macht, sondern durch moralische Autorität und die überwältigende Qualität seiner Arbeit. Am 25. September 1992 starb er bei einem Verkehrsunfall in der Nähe seiner Fundación in Tahíche. Er wurde 73 Jahre alt.

Ich habe versucht, Lanzarote in ein universelles Kunstwerk zu verwandeln. Nicht durch das Aufzwingen von Menschenwerk, sondern durch die Zusammenarbeit mit dem, was die Natur bereits geschaffen hat. — César Manrique

4. Die Manrique-Werke im Detail: Höhlen, Aussichtspunkte und mehr

Jameos del Agua – Kunst in der Lavahöhle

Das erste und bekannteste Großwerk Manriques auf Lanzarote. Der Komplex liegt im Norden der Insel auf dem Lavafeld des Volcán de la Corona und wurde 1968 eröffnet. Der Lavaausbruch des La-Corona-Vulkans schuf vor rund 3.000 bis 4.500 Jahren einen gigantischen unterirdischen Tunnel – die Atlántida-Röhre – der heute 1,5 Kilometer unter dem Meeresspiegel ins Atlantikwasser mündet. Manrique fand die Lavahöhle als Müllkippe und verwandelte sie in einen magischen Ort: Ein unterirdischer See mit dem einzigen blinden Albino-Flusskrebs der Welt (Munidopsis polymorpha), ein Konzertauditorium für 600 Personen direkt in der Lavahöhle, einen tropischen Garten mit palmenumrandetem Pool und ein Restaurant. Eintritt: ca. 12 Euro; täglich geöffnet außer dienstags.

 

Cueva de los Verdes – der grüne Lavatunnel

Direkt verbunden mit den Jameos del Agua durch die Atlántida-Lavaröhre liegt die Cueva de los Verdes – ein fünf Kilometer langer Lavatunnel, von dem zwei Kilometer für Besucher zugänglich sind. Der Name (Grüne Höhle) bezieht sich nicht auf die Farbe, sondern auf die Familie Verde, die früher das Land besaß. Die Höhle wurde im 16. Jahrhundert als Versteck vor Piraten genutzt; die Einwohner Lanzarotes flüchteten mit ihrem Vieh in die Tunnel, wenn Überfälle von der nordafrikanischen Küste drohten. Manrique gestaltete die Besucherführung durch die Höhle als Kunsterlebnis: Beleuchtung, Wegeführung und die Enthüllung eines optischen Tricks am Ende der Tour sind sorgfältig inszeniert. Nicht verpassen. Eintritt: ca. 10 Euro.

 

Fundación César Manrique, Tahíche – sein Wohnhaus auf der Lava

Das ehemalige Wohnhaus Manriques in Tahíche, auf dem Lavafeld des Ausbruchs von 1730, ist das persönlichste seiner Werke. Manrique baute das Haus buchstäblich in die Lavablasen hinein – fünf unterirdische Wohnräume entstanden in natürlichen Lavablasen, verbunden durch enge Tunnel und geöffnet durch gläserne Oberlichter. Die Kunstgalerien zeigen Manriques eigene Werke sowie Werke befreundeter Künstler (darunter Joan Miró und Pablo Picasso). Der Garten mit dem schwarzen Lavakaktus und dem bunten Swimmingpool ist eines der originellsten Gartendesigns des 20. Jahrhunderts. Eintritt: ca. 12 Euro; Montag bis Samstag.

 

Mirador del Río – Aussicht auf La Graciosa

Der nördlichste Aussichtspunkt Lanzarotes liegt auf dem Famara-Kliff, 475 Meter über dem Meeresspiegel, mit Blick auf den El-Río-Meeresarm und die Insel La Graciosa. Manrique schuf hier ein tief in den Fels eingeschnittenes Besucherzentrum, das äußerlich nahezu unsichtbar ist – ein geschwungenes weißes Gebäude, das erst beim direkten Gegenüberstehen erkennbar wird. Der Ausblick ist schlicht der schönste auf der Insel. Eine kleine Bar serviert Kaffee und lokale Weine mit dem gleichen Panorama. Eintritt: ca. 5 Euro.

 

Jardín de Cactus – der Kaktusgarten

Im Nordosten der Insel, nahe Guatiza, liegt Manriques letztes großes öffentliches Werk: ein ehemaliger Steinbruch, den er in einen Kaktusgarten für über 10.000 Kakteen aus 1.400 verschiedenen Arten verwandelte. Der Garten ist architektonisch so sorgfältig gestaltet wie eine Skulptur – Terrassen, ein restauriertes Gofio-Windmühlwerk und die natürlichen Farben der Lavafelsen bilden den Rahmen. Manrique weihte den Garten 1990 ein; ein Jahr später starb er. Eintritt: ca. 8 Euro.

 

El Diablo Restaurant, Timanfaya – kochen auf dem Vulkan

Im Nationalpark Timanfaya schuf Manrique das Restaurant El Diablo – ein runder Bau aus Glas und vulkanischen Steinen über einem natürlichen Vulkanschlund, aus dem Wärme von über 400 Grad aufsteigt. Ein Grillrost über dem Schlund gartet Fleisch und Fisch ausschließlich mit der geothermischen Hitze des Erdinneren. Das Restaurant ist Teil des Besucherprogramms im Nationalpark und bietet eines der außergewöhnlichsten Dining-Erlebnisse Europas – Essen, buchstäblich auf einem aktiven Vulkan zubereitet.

 

5. Nationalpark Timanfaya: Feuer unter der Oberfläche

Der Nationalpark Timanfaya im Südwesten der Insel schützt die Hauptlavafelder des historischen Ausbruchs von 1730 bis 1736 und ist das spektakulärste Naturerlebnis Lanzarotes. Die Montañas del Fuego (Feuerberge) – rund 25 Vulkankegel in einem Farbspektrum von Schwarz über Rotbraun bis Ocker – sind komplett vegetationslos und wirken wie ein anderer Planet. Nur 13 Meter unter der Oberfläche messen Wissenschaftler noch heute Temperaturen von 120 bis 400 Grad Celsius. Ein in den Boden gesteckter Stock fängt innerhalb von Sekunden Feuer; Wasser, in eine Röhre gegossen, schießt als Dampfstrahl wieder nach oben.

Der Nationalpark ist ausschließlich mit dem offiziellen Busrundkurs (Ruta de los Volcanes) zugänglich – keine private Begehung erlaubt, um das extrem empfindliche Ökosystem zu schützen. Für Wanderungen gibt es jedoch mehrere ausgeschilderte Wege am Parkrand. Der Besuch ist in die Eintrittskarte für das Besucherzentrum integriert (Buses ca. 10 Euro).

6. Golf auf Lanzarote: Plätze, Qualität und Saison

Lanzarote hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer ernstzunehmenden Golfdestination entwickelt, mit drei Plätzen, die alle in ihrer eigenen Art bemerkenswert sind. Das ganzjährig sonnige Klima und die konstanten Temperaturen zwischen 18 und 28 Grad machen die Insel besonders für Wintergolfer aus Nordeuropa attraktiv – wenn die Plätze zuhause gesperrt oder unspielbar sind, ist auf Lanzarote bestes Spielwetter.

Golfplatz Lage Beschreibung
Lanzarote Golf Resort Puerto del Carmen 18 Loch, Par 72; in der Nähe des touristischen Zentrums; für alle Spielstärken geeignet; gute Anlage mit Akademie und Clubhouse
Costa Teguise Golf Costa Teguise 18 Loch, Par 72; gut gepflegter Küstenplatz nahe der Hauptresort-Stadt; spektakuläre Vulkanlandschaft als Kulisse; beliebt bei Gruppenreisen
Las Coloradas (La Santa Sport Resort) La Santa, Nordwesten 9 Loch, Par 27; Teil des berühmten Multisport-Resorts La Santa; eher für Einsteiger und Kurzgolfer; in einzigartiger Lage

 

Der Golf Club Costa Teguise und das Lanzarote Golf Resort sind die zwei vollwertigen 18-Loch-Plätze. Beide bieten Leihausrüstung, Caddies auf Anfrage und Driving Ranges. Gruppenangebote und Green-Fee-Pakete kombiniert mit Hotelaufenthalt sind über die großen Reiseveranstalter buchbar. Die beste Golfsaison ist November bis April – wenn es ideal kühl für Sport ist und der Passatwind moderat weht.

Golftipp Lanzarote

Greenfees liegen je nach Platz und Saison zwischen 40 und 90 Euro pro Runde. Twilight-Runden (ab 14 Uhr) sind deutlich günstiger. Costa Teguise Golf bietet attraktive Pakete für 3 oder 5 Runden auf Wochenbasis. Wer eine Woche Golf plant, bucht idealerweise ein Hotel in Costa Teguise oder Puerto del Carmen – beide fußläufig oder per Taxi gut erreichbar von beiden 18-Loch-Plätzen.

Lanzarote Golfpaket ELBA Royal Village Resort

7. Sport und Aktivurlaub: Surfen, Kitesurfen, Tauchen, Radfahren

Surfen und Kitesurfen

Der konstante Nordostpassat macht Lanzarote zu einem der besten Windspotdestinationen Europas. Famara Beach im Nordwesten der Insel ist einer der bekanntesten Surfspots auf den Kanaren – lange Wellen, sauberer Wind und eine wildromantische Kulisse der Famara-Klippen dahinter. Surflager und -schulen in Caleta de Famara sind das ganze Jahr geöffnet. La Santa und El Médano (auf dem benachbarten Teneriffa) gelten als World-Class-Kitesurf-Spots; La Santa Sport Resort ist seit Jahrzehnten das führende Multisport-Resort Europas und beherbergt Weltklasse-Athleten aus mehr als einem Dutzend Disziplinen.

Tauchen und Schnorcheln

Das Unterwasser-Museum von Jason deCaires Taylor, 12 Meter unter der Wasseroberfläche vor Lanzarotes Küste verankert, ist eine der ungewöhnlichsten Taucherfahrungen der Welt: 300 lebensgroße Betonskulpturen, die als künstliches Riff dienen und von Korallen und Algen besiedelt werden. Das Museum ist per Tauchgang, Schnorcheltour oder sogar per Glasbodenboot erreichbar. Für traditionelles Riff-Tauchen sind die Gewässer rund um die Isla Graciosa – die achte Kanarische Insel – besonders empfehlenswert.

Radfahren und E-Biking

Die vulkanische Topografie Lanzarotes ist anspruchsvoll aber lohnend für Radfahrer. Das Klima und die langen Geraden zwischen den Vulkankegeln haben die Insel zu einem beliebten Trainingsziel für professionelle Radteams gemacht. E-Bike-Verleih ist in allen touristischen Zentren verfügbar und macht auch die hügeligeren Routen für Freizeitradler zugänglich. Der Rundkurs um den Nationalpark Timanfaya (ca. 60 km, außerhalb des Parks) gilt als einer der schönsten Radkurse der Kanarischen Inseln.

8. Strände: von Playa Blanca bis Famara

Strand Lage Charakter
Playa Blanca Südspitze der Insel Weißer Sandstrand; sehr ruhig; familienfreundlich; Fährhafen nach Fuerteventura; Luxusresorts
Papagayo-Strände Südosten, nahe Playa Blanca Naturschutzgebiet; mehrere kleine Buchten; kristallklares Wasser; bester Badestrand; Eintritt erforderlich
Puerto del Carmen Ostküste Touristisches Zentrum; langer Sandstrand; gut erschlossen; idealer Urlaubsstrand für alle
Costa Teguise Nordöstliche Küste Gepflegter Touristenort; gute Windsurfbedingungen; ruhige Atmosphäre
Playa de Famara Nordwesten Wilder Surfstrand; Famara-Kliff als Kulisse; nicht zum Baden (Strömung), ideal für Surfer; spektakuläres Naturerlebnis
Playa de Caletón Blanco Norden Abgelegener weißer Sandstrand; vulkanische Felspools; oft menschenleer; echter Geheimtipp

Die Papagayo-Strände im Südosten der Insel gehören zu den schönsten auf den gesamten Kanarischen Inseln. Das kristallklare türkisblau-grüne Wasser, der weiße Sand und die vulkanischen Klippen dahinter erinnern an karibische Buchten und sind trotzdem völlig original. Da das Gebiet unter Naturschutz steht, ist die Anzahl der Fahrzeuge begrenzt (Eintrittskarte für das Fahrzeug ca. 3 Euro) – was zur Ruhe des Ortes beiträgt.

9. Top Hotels und Unterkünfte auf Lanzarote

Luxussegment

  • Paradisus Salinas Lanzarote, Costa Teguise (5 Sterne): Das erste und bis heute beeindruckendste Luxushotel der Insel, entworfen von César Manrique selbst. Tropischer Garten, Lavapool, Direktbeachzugang, Michelin-empfohlene Gastronomie. Das Hotel ist Manriques architektonisches Hauptwerk im Hospitality-Bereich. Hier anfragen:  info@beachcom.ch 
Paradisus Salinas Lanzarote
Paradisus Salinas Lanzarote
  • Secrets Lanzarote Resort & Spa, Puerto Calero (5 Sterne, Adults Only): Boutique-Luxusresort an der Südküste; Infinity Pools, hochwertige Gastronomie, direkter Meereszugang; mehrfach ausgezeichnet.
  • Princesa Yaiza Suite Hotel Resort, Playa Blanca (5 Sterne): Großes Familienresort mit eigenem Aquapark, Thalasso-Spa und breitem Sportangebot; einer der besten Familienhotels der Kanaren.

Mittelklasse und Boutique

  • La Santa Sport Resort, La Santa: Das führende Multisport-Resort Europas für Triathlon, Radsport, Schwimmen, Windsurf und mehr; eher sportliches als luxuriöses Ambiente; einzigartig in seiner Kategorie.
  • Hotel Lanzarote Village, Puerto del Carmen: Gut geführtes Mittelklasse-Hotel in zentraler Lage; Pool, Buffet, freundliches Personal; gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • Casas de Yaiza: Ferienhausanlage im traditionellen Lanzarote-Stil nahe Playa Blanca; ideal für Paare und Familien, die Selbstverpflegung bevorzugen.

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10. Kulinarik: Lanzarotes Küche und lokale Spezialitäten

Die Küche Lanzarotes ist kanarenisch mit starkem Atlantikfisch-Fokus und einigen lokalen Besonderheiten, die auf den einzigartigen Boden und das Klima der Insel zurückzuführen sind.

  • Papas arrugadas con mojo: Das kanarische Nationalgericht – kleine in Salzwasser gekochte Kartoffeln mit Mojo-rojo- (rote Chilisauce) oder Mojo-verde-Sauce (Koriander/Petersilie). Pflichtprogramm.
  • Vino del Volcán: Die Weine Lanzarotes wachsen in Mulden in der Lavaerde, geschützt durch hufeisenförmige Steinmauern gegen den Wind. Die Rebsorte Malvasía bringt einen der charakteristischsten Weißweine Spaniens hervor; der Weinbau in La Geria ist gleichzeitig ein Weltkulturerbe-würdiges Landschaftsbild.
  • Frischer Atlantikfisch: Vieja (Papageienfisch), Cherne (Wrackbarsch) und Sama (Schnapper) frisch gegrillt; am besten in den Fischrestaurants von El Golfo am Atlantikstrand direkt am schwarzen Lavasand.
  • Gofio: Geröstetes Getreidemehl – ein Grundnahrungsmittel seit Guanchen-Zeiten; in Suppen, als Beilage oder mit Milch als Frühstück; eines der authentischsten lokalen Lebensmittel der Kanaren.
  • El Diablo Restaurant, Timanfaya: Fleisch und Fisch über dem Vulkankegel gegrillt – das ungewöhnlichste Restauranterlebnis Europas.
  • El Golfo: Das schwarze Lavasandstrand-Dorf mit dem smaragdgrünen Lagunen-Kratersee (El Lago Verde) ist nicht nur eines der beeindruckendsten Landschaftsbilder der Insel, sondern auch ein guter Ort für frische Meeresfrüchte.

11. Anreise nach Lanzarote

Abflughafen Flugzeit Fluggesellschaften (Auswahl)
Frankfurt (FRA) Ca. 4 Std. Condor, Eurowings, Ryanair, TUIfly, Lauda
München (MUC) Ca. 4 Std. Condor, TUIfly, Eurowings, Ryanair
Zürich (ZRH) Ca. 3,5 Std. Edelweiss Air, Eurowings, Swiss (via Madrid)
Wien (VIE) Ca. 4,5 Std. Lauda, Eurowings, Austrian (via Madrid)
Hamburg (HAM) Ca. 4 Std. Eurowings, TUIfly, Condor
Berlin (BER) Ca. 4 Std. Ryanair, Eurowings, easyJet

Der Flughafen Arrecife (ACE) liegt rund fünf Kilometer südlich der Hauptstadt Arrecife und ist gut mit Taxi, Bus und Mietwagen erreichbar. Ein Mietwagen ist auf Lanzarote dringend empfohlen – die sehenswertesten Orte (Timanfaya, Jameos del Agua, Mirador del Río) sind ohne eigenes Fahrzeug nur umständlich zu erreichen. Preise für Kompaktmietwagen beginnen ab ca. 25 Euro pro Tag in der Nebensaison.

12. Beste Reisezeiten und praktische Tipps

Reisezeit Temperaturen Empfehlung
Januar – März 18–21°C; kühl und sonnig Ideal für Golf, Radfahren, Wandern; Nebensaison; günstige Preise
April – Mai 21–24°C; angenehm warm Ausgezeichnet; Strandwetter beginnt; lebhaft ohne Hochsaison-Trubel
Juni – August 24–28°C; heiß; Passatwind Hauptsaison; Strand ideal; Golf morgens; Kitesurfen und Surfen top
September – Oktober 24–27°C; warm und stabil Beste Kombination: warm, ruhiger, Wasser noch warm
November – Dezember 19–22°C; mild; angenehm Ideal für Golf und Aktivurlaub; günstiger; ruhige Atmosphäre

 

  • Mietwagen: Unbedingt vorbuchen – besonders in der Hochsaison sind Fahrzeuge oft ausgebucht; alle internationalen und lokale Anbieter am Flughafen
  • Sonnenschutz: Der Passatwind kühlt und täuscht über die UV-Intensität hinweg; LSF 50+ auch bewölkt; Hut und Sonnenbrille unbedingt
  • Manrique-Kombiticket: CACT Lanzarote bietet Kombitickets für alle Manrique-Attraktionen (Jameos del Agua, Cueva de los Verdes, Mirador del Río, Jardín de Cactus) zu günstigeren Preisen; an der ersten besuchten Attraktion erhältlich
  • Windstärke beachten: Der Nordostpassat kann auf der Nordseite der Insel sehr stark sein – Famara und Mirador del Río sind manchmal stürmisch; für Kitesurfer ideal, für Spaziergänge mit Kindern beachtenswert
  • Papagayo: Nur mit Fahrzeug oder organisiertem Ausflug erreichbar; Eintritt ca. 3 Euro pro Auto; früh morgens kommen für ruhige Stunden am Strand
  • Gastronomie: Abseits der Touristenzentren essen Einheimische – die Menús del Día (Tagesmenü) kosten 10 bis 14 Euro und beinhalten drei Gänge mit Getränk; deutlich besser und günstiger als die Touristenrestaurants an der Strandpromenade

Lanzarote ist die Kanarische Insel, die am wenigsten aussieht wie das, was man von einer Kanarischen Insel erwartet – und genau das macht sie zur außergewöhnlichsten. Ein Künstler, der seine Heimat als Gesamtkunstwerk betrachtete, hat ihr ein Gesicht gegeben, das keine andere Insel Europas besitzt. Und unter diesem Gesicht brodelt es noch immer – 300 Grad heiß, 13 Meter unter dem Boden, bereit für den nächsten Ausbruch. Wer das einmal mit eigenen Augen gesehen hat, versteht, warum César Manrique sagen konnte: Lanzarote ist das schönste Land der Welt.

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